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Schematherapie

Was ist Schematherapie?

Die Schematherapie nach Jeffrey Young ist eine Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie und erweitert diese um emotionsfokussierte Behandlungsformen. Dieser integrative Ansatz verbindet dabei erfahrungsfokussierte, kognitive und übende Techniken zu einem konsistenten therapeutischen Vorgehen. Dabei berücksichtigt die Schematherapie nicht nur die aktuelle Problematik eines Patienten, sondern auch biografische Erlebnisse aus der Kindheit und Jugend.

Im Laufe des Lebens werden ungünstige Schemata häufig aktiviert und Reaktionsweisen immer weniger flexibel, welche langfristig psychische Erkrankungen begünstigen können. Die Schematherapie hat sich daher besonders in der Behandlung von Menschen, die sehr starke Gefühle erleben, wie es zum Beispiel bei Persönlichkeitsstörungen und chronischen Symptomen der Fall ist, als hilfreich erwiesen.

Haben Sie den Eindruck, Sie reagieren in manchen Situationen heftig emotional und fühlen sich diesem Zustand ausgeliefert? Dann könnte die Schematherapie der richtige Ansatz für Sie sein!

Was ist ein Schema?

Ein Schema ist eines in der Kindheit entwickelte Konzept bestehend aus Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen. Jeder Mensch entwickelt in der Kindheit mehrere Konzepte (Schemata) von sich selbst, anderen und der Welt. Sie bilden die Grundlage für bestimmte Verhaltensweisen, wie sie später im Erwachsenenleben in diversen Situationen auftreten können. Wenn Grundbedürfnisse von Kindern (zum Beispiel Liebe, Akzeptanz, Sicherheit, Autonomie) erfüllt werden, dann entstehen gesunde Schemata, sodass Kinder von sich, anderen und der Welt positive Eindrücke entwickeln.

Werden Grundbedürfnisse jedoch nur unzureichend erfüllt entstehen, in Verbindung mit biologischen Faktoren (zum Beispiel dem Temperament des Kindes, Genetik), sogenannte maladaptive Schemata; das bedeutet es ist ihnen nicht möglich gesunde Konzepte über sich und andere zu lernen.

Was sind maladaptive Bewältigungsstrategien?

Maladaptive Bewältigungsstrategien sind ungünstige Anpassungsstrategien des Menschen im Umgang mit emotionalem Schmerz, die durch maladaptive Schemata ausgelöst werden. Es werden 3 Formen der Bewältigung unterschieden:

  • Unterwerfung (s. Fügen oder Erstarren)
  • Vermeidung (Flucht)
  • Überkompensation (exzessives Kämpfen oder Anstrengen)

Wesentliche Elemente der Schematherapie sind die Identifizierung und Bearbeitung ungünstiger Schemata, die durch negative Erfahrung in Kindheit und Jugend entstanden sind und in der Gegenwart zu ungünstigen Verhaltensweisen führen. Beispiele hierfür können sein, dass eine Person unangemessen abwehrend und aufbrausend reagiert oder versucht eine konkrete Situation oder Erfahrung unbedingt zu vermeiden.

Was ist ein Modus?

Normalerweise sind bei Patienten mit chronischen psychischen Problemen mehrere Schemata und Bewältigungsstrategien gleichzeitig aktiviert, sodass es für Behandler und Patient schwierig ist den roten Faden zu behalten. Aus diesem Grund wurde das Modusmodell entwickelt. Das Modusmodell gibt Behandler und Patient die Möglichkeit, das eigene Handeln, Fühlen und Denken zu verstehen und bestenfalls zu verändern, wenn bestimmte Schemata und/ oder maladaptive Bewältigungsstrategien zum Leidensdruck führen.

Man unterscheidet vier Gruppen von Modi:

  • Kindmodi: im kindlichen Modi werden Menschen von ihren Gefühlen, zum Beispiel, Traurigkeit und Wut, überflutet und haben den Eindruck diesen Gefühlen ausgeliefert zu sein. Sie fühlen sich verletzt oder handeln aus ihrer Wut heraus impulsiv (zum Beispiel beleidigt sein und die Kommunikation einstellen, mit Gegenständen werfen, die Tür knallen).
  • Elternmodi: in diesem Modi treten sich Menschen selbst sehr kritisch gegenüber, indem sie sich für Fehler stark abwerten, verantwortlich machen und sich bestrafen (zum Beispiel selbstverletzendes Verhalten, Hungern, Dursten, Selbstvernachlässigung).
  • Bewältigungsmodi: Menschen versuchen einen Umgang mit ihren emotionalen Leiden zu finden, indem sie die die oben genannten Bewältigungsstrategien anwenden (zum Beispiel sich abkapseln, Substanzmissbrauch, Essanfälle, massives Arbeiten, starkes Misstrauen).
  • Gesunde Modi: in diesem Modus können Menschen mit ihren Gefühlen umgehen, gesunde Beziehungen zu anderen Menschen gestalten, sowie Probleme lösen.

Ziel der Schematherapie

Ziel der Schematherapie ist es, den biographischen Ursprung maladaptiver Schemata bzw. Modi und ihre Wirkungen auf das Verhalten im Hier und Jetzt zu erkennen, zu verstehen und schließlich „gesunde“ Auswege aus bestehenden Problemen für sich zu entdecken.

Fühlen Sie sich angesprochen? Wir beraten Sie gerne individuell zu diesem Therapieangebot!

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